Renovierung Gebäude Boerentoren in Antwerpen
Der Hauptauftragnehmer Monument NV aus Ingelmunster begann Mitte 2021 mit der Asbestsanierung des gesamten Gebäudes. Eine sehr umfassende Phase, in der absolut jede schädliche Faser oder Substanz für die Ewigkeit verbannt wird. Mit Ausnahme des ursprünglich stählernen Tragrahmens bleibt kein Splitter mehr heil, denn auch die alten bleihaltigen Farbschichten werden unwiderruflich entfernt.
Ein großer Teil der Aufmerksamkeit während der Arbeiten gilt den bestehenden Tragflächen der ursprünglichen Konstruktion. Hierfür wurde damals etwas verwendet, das wie ein Stahlgitter aussieht, das als verlorene Schalung gedacht war und auf das anschließend Beton gegossen wurde. Problem: Die Asbestfasern der späteren Deckenverkleidung konnten aus der dünn gewebten Struktur nicht vollständig entfernt werden und hatten sich im Beton festgesetzt. Darüber hinaus gab es zusätzliche Probleme mit der Tragfähigkeit, dem Brandschutz und einer Reihe anderer Fragen. Um also den heutigen Vorschriften, Normen und dem Design gerecht zu werden, gab es keine andere Wahl, als alles abzureißen.
Doch dann stellt sich natürlich das nächste Problem: Wie kann man nun 12.000 m² neue Böden in einem Turm bauen, der keinen nennenswerten Aufzug hat, dessen größte Fensteröffnung kleiner ist als die eines modernen Einfamilienhauses und wo man keine Öffnungen in die Fassaden eines geschützten Denkmals machen kann?
Zahlreiche etablierte Techniken boten keine Lösung. Vorgefertigte Betonelemente wie Wellenplatten, breite Platten, Töpfe und Balken… zu schwer, zu unhandlich, Einschränkungen beim vertikalen Transport, zu arbeitsintensiv, begrenzte Aufbauhöhe usw. Die einzige machbare Lösung war die Anwendung einer Stahlbetonplatte. Aber welche Art von Boden ist das eigentlich?
Allgemein wird bei dieser Art von Böden eine profilierte Stahlplatte verwendet, die als verlorene Schalung dient und teilweise als Bewehrung fungiert, bevor sie mit einer Betondeckschicht versehen wird. Die Vorteile sind legion. Die Böden sind leicht mit hoher Tragfähigkeit, begrenzt in der Aufbauhöhe, leicht vertikal transportierbar, schnell ohne Hilfe eines Krans oder anderer Hebemittel montierbar, also ideal für Renovierungen.
In Absprache mit dem Hauptauftragnehmer und den beteiligten Ingenieurbüros wurde die REPPEL bv, Spezialist für Bau-Lösungen aus Dordrecht, gebeten, eine Analyse durchzuführen und einen Vorschlag auf Grundlage eines umfangreichen Anforderungskatalogs zu erstellen.
Angesichts der relativ begrenzten Spannweiten (2500-3000 mm) wurde das Profil vom Typ HODY60 gewählt. Maßarbeit war entscheidend, da die Auflage der Profile stets zwischen zwei Stahlträgern erfolgen musste. Durch eine temporäre Holzstütze wurde das HODY-Profil in die Höhe gebracht und die berechneten spezifischen Bewehrungsdetails hinzugefügt, bevor der Beton gegossen werden konnte. Auch das war technisch nicht einfach. Pumpen in größere Höhen erfordert eine leistungsstarke Anlage und Beton, der in seiner Zusammensetzung für die Anwendung geeignet ist. Nach dem Aushärten des Betons wurde alle temporäre Unterstützung entfernt und die Etagen sind bereit für die weitere Fertigstellung, unabhängig von ihrer weiteren Bestimmung.
Diese Art von Böden ist die perfekte Antwort auf zahlreiche Projekte, bei denen ähnliche Probleme auftreten, zudem sind sie die Lösung für einen Sektor, in dem heute mehr denn je nach effizientem Bauen, Zeitersparnis, Materialeinsparung, leichteren Konstruktionen und CO2-Reduktion gesucht wird.
Bauunternehmer
Monument N.V. Ingelmunster
Statiker
Arcadis Antwerpen
Baustoffhändler
Verhelst Bouwmaterialen Oudenburg
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